Michael Raelert hat den Thomas Cook Ironman 70.3 Mallorca mit einer eindrucksvollen Leistung für sich entschieden. Der zweimalige Weltmeister im Ironman 70.3 gewann das Rennen in Alcudia in 3:57:08 Stunden mit großem Vorsprung und trat damit in die „mallorquinischen Fußstapfen“ seines Bruders Andreas.
Michael Raelert sorgte mit einem sportlichen Alleingang dafür, dass der Titel beim europäischen Saisonstart in Alcudia in der Familie blieb. Mit einer herausragenden Performance auf dem Rad und ebenso starken Leistungen im Wasser sowie im abschließenden Halbmarathon legte der jüngere der beiden Raelert Brothers bei heißen Bedingungen die Basis für seinen ersten großen Saisonsieg. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte der Rostocker, „es war für mich ein tolles Rennen.“
Nach dem Schwimmen lag Michael Raelert noch auf dem dritten Platz. Der 31-Jährige kam nach 24:39 Minuten hinter dem Belgier Tom Vander Hoogestraete (24:35 Minuten) und dem Brite Ben Allen (24:37) aus dem Wasser. Doch bereits auf dem Weg in die erste Wechselzone übernahm Micha das Kommando. "Ich wollte auf dem Rad so hart fahren wie ich nur konnte", erläuterte er nach dem Rennen seine Taktik. Und an diese eigene Vorgabe hielt er sich konsequent: Bereits auf dem Weg zu seiner BMC-Zeitfahrmaschine stürmte er der Konkurrenz davon. Auf den ersten flachen Kilometern setzte sich Michael bereits klar von seinen Verfolgern ab, und im langen Anstieg hinauf zum Kloster Lluc fuhr er bald großen Vorsprung heraus.
„Für mich war der Thomas Cook Ironman 70.3 Mallorca ein erster großer Höhepunkt der Saison und auch eine wichtige Standortbestimmung“, sagte Michael Raelert später, „jetzt weiß ich auch, wo ich im Training stehe und wo ich noch etwas optimieren kann.“ Besonders auf dem Rad lief es in Alcudia richtig rund für den zweimaligen Weltmeister: Als er nach dem Radfahren seine BMC-Zeitfahrmaschine wieder in der Wechselzone abstellte, war von den Konkurrenten noch lange nichts zu sehen – Michael Raelerts Vorsprung betrug nach der zweiten Disziplin bereits mehr als 10 Minuten. In 2:13:26 Stunden fuhr er die schnellste Radzeit und ließ in 1:14:27 Stunden anschließend auch noch den schnellsten Halbmarathon folgen.
In 3:57:08 Stunden siegte Michael am Ende deutlich und war mit seinem – von vielen Fans im Zielbereich gefeierten – europäischen Saisoneinstand sehr zufrieden. "Wir haben heute zwei unterschiedliche Rennen gesehen", erklärte Michael Göhner als Zweiter nach dem Zieleinlauf anerkennend. Zu weit weg war Michael Raelert im Rennen von der Konkurrenz – der Deutsche Michael Göhner wurde in 4:10:11 Stunden Zweiter vor dem Briten Ben Allen, der nach 4:12:51 Stunden aufs Podium lief.
Eine starke Leistung zeigte im Feld von insgesamt 2300 Teilnehmern auch die Staffel, mit der Vorjahressieger Andreas Raelert beim Thomas Cook Ironman 70.3 Mallorca am Start war. Andreas Raelert schwamm in der Thomas Cook Sports Staffel den Kurs in der Bucht von Alcudia in 26:21 Minuten. Gemeinsam mit Volker Schmidtgen, Leiter Zielgruppen-, Konzeptprodukte & Publishing bei Thomas Cook, und Frank Busemann, 1996 Olympiazweiter im Zehnkampf, belegte er am Ende in 5:46:47 Stunden den fünften Rang in der Staffelwertung.
Michael Raelert ist der schnellste Athlet auf der Ironman-70.3-Distanz. Seit dem 14. November 2009 hält der gebürtige Rostocker die Weltbestzeit – er gewann die Weltmeisterschaft in Clearwater in 3:34:04 Stunden. Der zweimalige Deutsche Meister auf der Olympischen Distanz (2005/2008) wechselte 2009 auf die Ironman-70.3-Distanz und blieb auf dieser Strecke mehr als ein Jahr lang ungeschlagen. 2010 schaffte er das Double: den Gewinn der Europa- und Weltmeisterschaft im Ironman 70.3. Verletzungsbedingt musste der zweimalige Ironman-70.3-Weltmeister sein für den Sommer 2011 geplantes Ironman-Debüt um ein Jahr verschieben. Michael Raelert wurde am 29. August 1980 geboren.